Die ersten historischen Zeugnisse einer dem heutigen Badminton ähnelnden Spielart reichen über 2000 Jahre in die
aztekische Hochkultur in Mexiko zurück. Verbreitet als "battledore and shuttlecock" war es ebenfalls vom antiken
Griechenland über Indien bis hin zu China und sogar Japan bekannt.
In Europa kam dieses als Freizeitbeschäftigung angesehene Spiel zunächst Mitte des 16. Jahrhunderts auf und wurde später
unter der Bezeichnung "Battledore" oder "Jeu de volant" von der adeligen Hofgesellschaft übernommen. Königin Christine
von Schweden sowie Friedrich Wilhelm von Preußen waren seinerzeit als Meister dieses Spiels bekannt. Das Ziel bestand darin,
dass sich zwei Spieler einen gefiederten Ball mit primitiven Schlägern möglichst lange und oft ohne Bodenkontakt zuspielten.
Der Niedergang der Adelsgesellschaft am Ende des 18. Jahrhunderts ließ das Spiel zunächst im europäischen Raum in Vergessenheit
geraten. In Indien hingegen wurde es in den britischen Kolonien von den englischen Offizieren unter dem Namen "Poona" gespielt
und kam so 1870 nach Großbritannien. Um 1872 veranstaltete der Duke of Beaufort auf seiner Residenz "Badminton House" die
ersten Wettkämpfe. Der Name "Badminton" führt somit auf den Namen dieses Landsitzes zurück. In der Folgezeit wurde es zu einem
populäre Wettkampfsport, der die Festlegung neuer Regeln und die Gründung des englischen Badminton-Verbandes im Jahre 1893 mit
sich brachte. 1899 fanden die ersten "All England Championships" statt; eine Veranstaltung, die nicht nur namentlich dem bekannten
Tennis-Turnier in Wimbledon gleichkam und sogar noch heute ausgetragen wird.
Im 20. Jahrhundert erfuhr Badminton eine internationale Ausbreitung, u.a. bedingt durch die britischen Kolonien. 1934 schlossen
sich England, Wales, Schottland, Irland, Dänemark, Holland, Kanada, Neuseeland und Frankreich zur
"International Badminton Federation" (IBF) zusammen, der sich zwei Jahre später auch Indien anschloss.
Den internationalen Durchbruch des Badminton ist erneut den Briten zu verdanken, die durch ihre Besatzungstruppen in
zahlreichen Staaten nach Kriegsende 1945 für eine Popularisierung sorgten. Die englische (sportliche) Vorherschafft wurde darauf von
den Schweden und Dänen gebrochen. Gegen Mitte des vergangenen Jahrhunderts kam dann auch Konkurrenz aus den ost-asiatischen
Ländern (insb. Thailand und Malaysia) hinzu, später gefolgt von Indonesien und Japan. 1953 wurde in der BRD der
"Deutsche Badminton-Verband" (DBV) gegründet.
In den 60er Jahren sorgte dann die VR China mit einer bis dahin unbekannten, revolutionären Spielweise für Aufsehen, die das
Badmintonspiel forcierte, härter und schneller werden ließ. Bisher dominante Nationen aus Skandinavien waren plötzlich chancenlos.
Nach der Einführung des lizenzierten Profispielers 1979 wäre wohl die Annerkennung des Badminton-Sports als olympische
Disziplin 1992 in Barcelona als letzter Meilenstein in der Geschichte zu nennen. Hier zu Lande hat Badminton einen
bedeutenden Aufschwung errungen. In nahe zu allen Lehrplänen ist diese Sportart inzwischen verankert und auch in vielen
Sportzentren wird inzwischen die Möglichkeit zum Badmintonspiel geboten.