Badminton-Anfänger stehen vor dem Problem, die richtige Schlägerhaltung und Schlagtechnik zu erlernen. Selbst langjährige Spieler halten teilweise
den Schläger immer noch falsch, weil sie es von Beginn an nicht richtig gelernt haben. Eine Umstellung ist dann im Nachhinein, wenn sich derjenige
schon jahrelang an die falsche Technik gewöhnt hat, nur noch schwer möglich. Der richtige Griff ist sehr wichtig, da von ihm eine korrekte Schlagtechnik
abhängt. Dieser Guide soll grob anreißen, welche Griffhaltungen es im Badmintonsport gibt und welche Schlagarten damit ausgeführt
werden können. Dies ist aber kein Ersatz für gute Literatur und schon gar nicht für einen erfahrenen Trainer.
Griffhaltung
Den ersten Griff, den ein Anfänger erlernen sollte, ist der sog. Universal-Griff. Mit ihm sind alle wesentliche Schläge durchführbar. Der
Wettkampfspieler kann mit diesem Griff Schläge ausführen, die schnelle Reaktionen erfordern und keine Zeit zum Umgreifen lassen. Dem Anfänger bleibt
somit vorerst erspart, sich über den richtigen Griff Gedanken zu machen. Erst wenn er diesen beherrscht, kann er davon alle weiteren Griffarten herleiten.
Und so geht's:
Halte den Schläger mit der linken Hand am Schaft. Der Schlägerkopf steht senkrecht, so dass Du die Besaitung nicht sehen kannst. Der Griff zeigt
dabei zu Dir. Greife nun mit der rechten Hand auf den Griff, als ob Du dem Schläger die Hand schütteln wolltest. Der Daumen liegt dann
auf der breiten Griffseite auf und bildet mit dem gegenüberliegenden Zeigefinger ein "V", welches sich über der schmalen Griffkante befinden sollte.
Fortgeschrittene Spieler können nun ausgehend vom Universalgriff zu anderen Griffarten schnell umgreifen. Nach einem Schlag sollte man daher zu diesem
zurückwechseln. Folgende Griffarten sind möglich: Rückhandgriff, Universalgriff und Vorhandgriff. Und so greift man um:
Halte den Schläger mit dem Universalgriff so wie oben beschrieben in der rechten Hand. Der Schlägerkopf beschreibt quasi die "6 Uhr Stellung" auf dem Ziffernblatt
einer Uhr, da kleiner und großer Zeiger ebenfalls senkrecht nach oben bzw. unten zeigen. Behalte nun die Position der Schlaghand bei und drehe mit
der anderen Hand den Schläger in die "5 vor 5 Stellung". Dies entspricht dem Vorhandgriff. Den Rückhandgriff bekommst Du mit der "5 nach 7 Stellung"
(für Linkshänder entsprechend umgekehrt).
Wichtig ist, dass Du ohne großen Aufwand im Unterbewusstsein zwischen diesen drei Griffen wechseln kannst. Gelingt Dir dies nicht, so benutze lediglich
den Universalgriff. Am Rande sei noch ein vierter Griff erwähnt, der ausschließlich bei Netzangriffen (wenn überhaupt) Verwendung findet. Es ist der
sog. "Rush-Griff" und ist im Prinzip nichts anderes als ein extremer Vorhandgriff, der mit seiner "10 vor 4 Stellung" schon stark in Richtung Bratpfannengriff
tendiert.
Der Schlag
Grundsätzlich sollte bei Überkopfbällen ein Rückhandschlag vermieden werden, da solche meist durch gute Beinarbeit mit der Vorhand erreichbar sind und links
über dem Kopf gespielt werden können. Dennoch gehört die Rückhand ins Trainingsprogramm, weil sie oft vom Gegner angespielt wird
und nicht immer umlaufen werden kann.
Jede Schlagbewegung kommt grundsätzlich aus einer Unter- sowie Oberarmdrehung, und nicht aus dem Handgelenk. Timing und Schnellkraft sind
hier besonders gefragt. Der Arm sollte dabei nicht durchgestreckt sein. Ein häufiger Fehler ist es, wenn der Schaft die
Verlängerung des Unterarmes bildet. Zwischen beiden sollte sich nämlich ein deutlicher Winkel bilden.
Schlagarten
Überkopf und Überhand
Wenn der Ball über dem Kopf geschlagen wird, spricht man von sog. Überkopfschlägen. Geschieht dies mehr seitlich vom Kopf, so redet man von
Überhandschlägen.
Der am häufigsten verwendete Überkopf-Clear (1) ist ein Befreiungsschlag und kann auch überhand ausgeführt werden. Ziel ist es,
den Ball so hoch und weit in die gegnerische Spielhälfte zu schlagen, dass er nahezu senkrecht in den Grundlinienbereich fällt. Durch die lange
Flugdauer schafft man es zum einen, sich aus einer Bedrängnis zu befreien und in die Zentralposition zurückzukehren, zum anderen den Gegner von dieser
zu vertreiben. Eine größere Schlagweite kann mit dem sog. Stemmschritt bzw. Umsprung erzielt werden. Man führt dazu den Ellbogen des Schlagarms nach
hinten und verlagert sein Gewicht durch seitliche Stellung auf das rechtes (bzw. linke) Bein. Kurz vor dem Schlag springt man von diesem ab und dreht sich somit
in den Ball hinein.
Der Drop (4) ist ein ansatzlos ausgeführter Stoppball. Die Schlagtechnik entspricht der des Überkopf-Clears. Der Gegner kann so nicht
erkennen, welcher Schlag beabsichtigt wird (auch beim Smash). Der Schläger wird jedoch kurz vor dem Treffpunkt abgebremst und der Ball
etwas früher getroffen. Je tiefer der Drop über das Netz fliegt, desto steiler und effektiver ist der Winkel.
Der Smash (5) ist ein hart geschlagener Schmetterball, dessen Technik wiederum vom Ansatz her der des Überkopf-Clears entspricht. Durch den
früheren Treffpunkt wird eine gerade Flugkurve bewirkt. Der Stemmschritt bringt zusätzlich Power in den Schlag. Am effektivsten wirkt der Smash,
wenn er entlang der Seitenlinie am Gegner vorbei geschlagen wird. Anfänger sollten diesen nicht von einer schlechten Position aus verwenden, da dann nur
wenig Zeit für die Rückkehr zur zentralen Position bleibt. Auch sollte der Smash von der Grundlinie vermieden werden. Der recht lange Weg bremst den
Ball zu sehr ab und erreicht das gegnerische Feld nicht mit voller Speed.
Der Drive (6) (auch Treibschlag genannt) ist ein harter Überhandhandschlag. Der Ball wird seitlich vom Körper schnell und flach über
das Netz, möglichst die Linie entlang und am Gegner vorbei geschlagen.
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Unterhand
Bei Unterhandschlägen wird der Ball mit einem Ausfallschritt sehr tief und spät angenommen. Der Treffpunkt befindet sich dabei unterhalb der Hand.
Der Unterhand-Clear (2) hat den selben Zweck wie die Überkopf- bzw. Überhandvariante. Der Ball sollte möglichst weit und hoch fliegen (siehe Überkopf-Clear).
Beim Heber (3) wird ein kurzer Ball flach hinter das Netz "gehoben". Die Ausführung ist sehr schwer, da bereits ein um wenige Zentimeter zu
hoch gespielter Ball dem Gegner einen "Elfmeter" zum direkten Punkt bietet. Am effektivsten ist der Ball beim "Stechen" und "Schneiden" mit einem
zusätzlichen Schnitt. Dadurch taumelt der Ball über das Netz und kann nicht mehr so leicht zurückgespielt werden.
Bei weiteren Fragen zu anderen Schlägen und Schlagvarianten befragen Sie Ihr Buch oder Ihren Trainer.